Die Euro-GmuH: Wer drückt sich und wer haftet unbeschränkt?

Die Euro GmuHDie Euro-Krise stand im Mittelpunkt unserer Veranstaltung am 29. November in der Düsseldorfer VHS. Vor 40 Teilnehmern erläuterte der Politikwissenschaftler Alexis Passadakis, Mitglied des Koordinationskreises von attac-Deutschland, die Zusammenhänge zwischen der aktuellen Eurokrise und der Finanzkrise 2008 und stellte Alternativen vor. (zum Weiterlesen: Überschrift anklicken)


Während Spekulanten längst wieder im Casino zockten, sollten jetzt die Bürger für die Fehlspekulationen gerade stehen. Der Euro selbst sei nicht das Problem. Ein grundlegender Konstruktionsfehler aber hätte darin bestanden, dass rigorose Stabilitätskriterien vereinbart worden seien, gegen das Ungleichgewicht im Außenhandel aber toleriert worden. Insbesondere Deutschland hätte seine Exporte in den Euroraum erheblich ausgeweitet. Die Überschüsse des Einen seien aber die Defizite der Anderen.
Beispiele untermauerten, dass die Verschuldung Griechenlands wohl kaum auf „zu wenig Fleiß“  und „zu hohe Löhne“ zurückzuführen sei. So verfüge Griechenland heute über mehr Leopard-Panzer als Deutschland. Passadakis plädierte für den Aufbau einer europaweiten sozialen Sicherung, zu denen z.B. Mindestlöhne gehören könnten.
Breiten Raum in der Diskussion nahm die Frage der Demokratie ein. Europa tendiere zu einem postdemokratischen Zustand. Unter dem Vorwand der Krisenbekämpfung würde die Entscheidungsgewalt durch nicht demokratische legitimierte Gremien ersetzt, z.B. die sogenannte Troika aus Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission oder die Versuche, die Selbstbestimmung der Euroländer über ihre Finanzen durch eine rigide Aufsicht weitgehend zu ersetzen.

Bericht von Gerhard Roth

Die Veranstaltung als Tondokument

Die in weniger als vier Wochen organisierte Veranstaltung war ein gelungener Auftakt. Am 6. März geht es unter dem Titel „Sind wir wirklich noch zu retten?“ um das Verhältnis Ökonomie zu Ökologie.  Zu Gast ist der Ökonomieprofessor und Wachstumskritiker Niko Paech. Das Wuppertal Institut wird durch seien Leiter, Professor Uwe Schneidewind, vertreten. Der Ökologe Dr. Daniel Dahm erläutert den Ansatz der Initiative „Gemeingüter – nehmen und geben“. Sie will  Investitionen in Gemeingüter mit denen in Produktionsgüter gleichstellen.

Kooperationspartner sind das Wuppertal Institut, die VHS Düsseldorf sowie die Böll-Stiftung.